In Deutschland sind laut Expertenschätzungen rund zwei Drittel aller Demenzkranken weiblich. Dies liegt vor allem an der höheren Lebenserwartung der Frauen. Sie erreichen häufiger als Männer das für die Demenz typische Alter von 80 Jahren.

Mittlerweile weiß man, dass schon 30 Jahre vor den deutlich erkennbaren Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung Veränderungen im Gehirn nachweisbar sind. Die Krankheit entsteht folglich bereits im Alter von etwa 50 Jahren, also während der Menopause der Frauen. Vorbeugende Maßnahmen erscheinen daher besonders in den Wechseljahren sehr sinnvoll.

Die ärztliche Genossenschaft der Gynäkologen, kurz »GenoGyn«, vermittelt in Fortbildungsseminaren für Frauenärzte aktuelles Fachwissen aus der Präventivmedizin und hat die Grundregeln der Demenz-Vorbeugung in einem Maßnahmenkatalog zusammengefasst. Danach ist es zum Beispiel wichtig, Bluthochdruck frühzeitig zu behandeln. Auch ein zu hoher Cholesterinspiegel sollte umgehend reguliert werden. Belastungen des Stoffwechsels, die Diabetes auslösen können, sind zu vermeiden. All diese Maßnahmen schützen nicht nur die Blutgefäße, sondern ebenso die Nerven und das Gehirn. Viele der Empfehlungen aus dem Maßnahmenkatalog sind im alltäglichen Leben leicht umzusetzen. So hilft beispielsweise eine gesunde Ernährung mit einem hohen Anteil an Obst und Gemüse, das Gehirn vor schädlichen Substanzen wie freien Radikalen zu schützen. Fischsorten wie Hering oder Lachs, Nüsse und hochwertige Öle aus Disteln oder Weizenkeimen enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die chronischen Hirnentzündungen entgegenwirken. Und somit auch den Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn, die für Alzheimer charakteristisch sind. Dass ein maßvoller Genuss alkoholischer Getränke für Herz und Kreislauf gesund ist, ist ja schon länger bekannt. Er scheint aber nach den Erkenntnissen der Ärzte auch vorbeugend gegen Demenz zu helfen.

Bewegen Sie sich!

Körperliche Betätigung wirkt sich ebenfalls positiv aus. Hierbei wird ein Protein gebildet, das die Nervenzellen und Synapsen im Gehirn schützt und auch ihr Neuwachstum fördert. Ebenso hilfreich sind soziale Kontakte und geistige Aktivitäten jeder Art. Ein regelmäßiges Gehirntraining kann die geistige Leistungsfähigkeit steigern und lange erhalten. Laut Aussage der Gynäkologen ist bei einigen Frauen auch eine Hormontherapie nach der Menopause zweckmäßig, da Östrogene und Gestagene die Gehirnfunktionen verbessern sollen.

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